Gottes Wort 

Es ist erstaunlich, wie viele Parallelen es zwischen der heutigen Situation, in der Menschen sich durch eine große Gnade Gottes, nämlich Christi Tod, noch einmal Hoffnungen auf die ewige Seligkeit machen dürfen, und der Situation im Paradies gibt. Eva wähnte sich befugt und befähigt, allein mit dem Teufel ein entspanntes Gespräch zu führen und wurde von ihm gnadenlos über den Tisch gezogen. Der sich nach der sexuellen Verführung anschließende tragische zweite Fehler war, dass Eva (und im weiteren Verlauf möglicherweise auch Adam) der gewaltigen Strafandrohung Gottes nicht mehr zutiefst glauben konnte oder wollte, dass sie nämlich mit dem Tode bestraft würde, wenn sie vom verbotenen Baum essen würde. An genau diesen absoluten Glauben an Gottes Worte, seine Androhung von ewiger Strafe und sein Versprechen von Straffreiheit für die, die Christus nachfolgen, ist jetzt erneut eines jeden Menschen ewiges Schicksal geknüpft.

Man muss sich die Mühe machen zu entdecken, dass die Bibel von sich sagt, sie ist Gottes Wort, nicht: sie enthalte Gottes Wort. Alle hier auf diesen Webseiten vorgetragenen Standpunkte zur Wiedergeburt oder zu Himmel und Hölle gründen sich auf Aussagen der Bibel in genau dieser lutherischen Lesart: Gott hat uns in den kanonisierten Schriften der Bibel sein wahrhaftiges Wort gegeben. Wenn Jesus behauptet, dass sich jeder Punkt oder Strich der Bibel ganz sicher erfüllen wird, dann ist das auf die verlässlichsten Bibelquellen in hebräischer bzw. griechischer Sprache zu beziehen, Matth. 5:18: Denn ich sage euch wahrlich: Bis dass Himmel und Erde zergehe, wird nicht zergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüttel vom Gesetz, bis dass es alles geschehe. Oder Matth. 24:35: Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte werden nicht vergehen.

Diejenigen, die die Bibel für frauenfeindlich, patriarchalisch, prüde, menschenverachtend etc. halten, verlaufen sich in eine Ansicht, die irrelevant ist, wenn doch Gott alleine die Standards bestimmt und die Wahrheit kennt, ja, die Wahrheit ist. Wir Menschen sind in einer sehr miserablen Lage und sehen nicht das Ausmaß der Katastrophe, genannt Sündenfall, die der Teufel über alle Menschen gebracht hat; wir sehen und fühlen nicht den Abgrund an Bosheit, die Verderbtheit aller menschlichen Fakultäten, die Nutzlosigkeit der Vernunft zur Erlangung der Seligkeit, die Unfähigkeit zum Guten im Menschen; und wir können nur das gewaltige Szenario ahnen, in das die menschliche Existenz verflochten ist: der Same der Schlange unter den Menschen, die bösen Mächte um uns, und die nahe Gefahr der ewigen Verdammnis. So wie im Paradies macht der Teufel auch jetzt die Möglichkeit lächerlich, dass Gott in Ewigkeit verdammen könnte, wie auch den intellektuell so wenig beeindruckenden Weg der Erlösung durch den Glauben an den gekreuzigten Christus. Diese Wahrheiten zu erkennen, sind schon ein Werk Gottes, vgl. 2. Tim. 2:25-26: ... und mit Sanftmut strafe die Widerspenstigen, ob ihnen Gott dermaleinst Buße gebe, die Wahrheit zu erkennen, und sie wieder nüchtern würden aus des Teufels Strick, von dem sie gefangen sind zu seinem Willen.

Diese gedruckten Buchstaben der Bibel mit ihrer Grammatik, ihren vermeintlichen sprachlichen Eigentümlichkeiten und mancher vermeintlicher Ungereimtheit der Texte, werden in Ewigkeit bestehen bleiben. So steht es geschrieben in 1. Petr. 1:23-25 (... nämlich aus dem lebendigen Wort Gottes, das da ewiglich bleibt. Denn ... „des Herrn Wort bleibt in Ewigkeit.“ Das ist aber das Wort, welches unter euch verkündigt ist ...) oder in Psalm 119:89: Auf ewige Zeit, o HERR, steht fest dein Wort im Himmel. [Menge-Übersetzung] Nach Psalm 19:7 ist Gottes Wort perfekt: Das Gesetz des HERRN ist vollkommen (oder: ohne Fehl) ... [Menge-Übersetzung]

Dass die Bibel Gottes Wort ist, vollkommen wahr und verlässlich, ist zu wenig. Es ist mehr und erscheint darin wie ein Mysterium: Die Bibel sagt, dass Gott und sein Wort identisch sind, Joh. 1:1: Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Christus sagt von sich, er und Gott im Himmel seien eins, so passt auch Joh. 1:14: Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit. Die Wiedergeburt, die die Voraussetzung für das ewige Leben ist, geschieht durch das Wort Gottes, siehe 1. Petr. 1:23: ... als die da wiedergeboren sind, nicht aus vergänglichem, sondern aus unvergänglichem Samen, nämlich aus dem lebendigen Wort Gottes ...; oder Jak. 1:18: Er hat uns gezeugt nach seinem Willen durch das Wort der Wahrheit, auf dass wir wären Erstlinge seiner Kreaturen. Wer wiedergeboren ist, der glaubt dem Wort Gottes, Joh. 8:31: Nun sagte Jesus zu den Juden, die an ihn gläubig geworden waren: „Wenn ihr in meinem Wort bleibt (= Hörer und Täter meines Wortes bleibt), so seid ihr in Wahrheit meine Jünger ...“ [Menge-Übersetzung], oder 2. Joh. 1:9: Jeder, der darüber hinausgeht und nicht in der Lehre Christi verbleibt, der hat Gott nicht; wer (dagegen) in der Lehre verbleibt, der hat sowohl den Vater als auch den Sohn. [Menge-Übersetzung]

Die Nachfolger Christi sind abhängig von Gottes Wort, von jeder Anweisung und jeder Zusage. Sie können im Kampf gegen die unsichtbare Welt nicht bestehen ohne Gottes Wort, Eph. 6:17: ... nehmet den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes. Vor ihrer Bekehrung fanden sie die Bibel vielleicht interessant, aber nach ihrer Bekehrung hängt ihr Leben und ihre Seligkeit von einem jeden Wort darin ab, Matth. 4:4: ... Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeglichen Wort, das durch den Mund Gottes geht. Oder Joh. 8:47: Wer von Gott ist, der hört Gottes Worte; ... Auf geheimnisvolle Weise ist der Kontakt mit Gottes Wort ein Kontakt mit Gott selbst. Die Gesamtheit der biblischen Worte und das allergeringste Detail in ihnen ist unverrückbar, denn es ist, so komisch wie es klingt, Gott, sagt doch der Apostel Johannes (Joh. 1:1): Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.